Maßnahmen auf der Osthalde (2025)
Die Osthalde der alten Zeche Westfalen in Ahlen ist 75 Hektar groß. Sie ragt 67 Meter über das flache Münsterland. Seit 2021 ist sie im Besitz von GREENZERO. Ziel ist es, aus der einstigen Industriebrache einen vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna zu schaffen.
Februar 2025: Räumung des Ringgrabens
Bei bergbaulichen Anlagen wie der Osthalde gibt es einige Besonderheiten zu beachten. So darf das Oberflächenwasser der Halde nur über dafür vorgesehene Absetzbecken abgeleitet werden. In diesen Becken setzen sich bestimmte Inhaltsstoffe des Wassers ab. Erst danach wird es in Gewässer eingeleitet. Daher ist es erforderlich, dass das Wasser ordnungsgemäß über den Ringgraben der Osthalde abfließt.
Um dies sicherzustellen, wurde der Graben in Teilabschnitten geräumt. Auf insgesamt 70 Metern verrichtete ein Bagger diese Arbeit. Durch die Grabenräumung wurden zugleich naturnahe Schilfbestände in ihrer Reproduktion (Verjüngung) gefördert. Zudem waren einige Schachtdeckel durch Straßenbaumaßnahmen beschädigt. Im Zuge der Grabenräumung wurden sie repariert.
Februar 2025: Verkehrssicherung
Einmal im Jahr werden auf unseren Flächen alle Bäume in Straßennähe kontrolliert. So vermindern wir Gefahren durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume. Bei der letzten Verkehrssicherungskontrolle auf der Osthalde wurden 32 Bäume markiert. Bei diesen mussten entweder abgestorbene Äste aus der Baumkrone entfernt werden. Oder aber es war notwendig, sie zu fällen.
Für die Fällungen wurden Motorsägen eingesetzt. Um die teils sehr hohen Baumkronen zu schneiden, wurde ein Hochentaster verwendet. Dabei handelt es sich um eine Art kleine Kettensäge mit Teleskopstange. Das Schnittgut wurde nicht abtransportiert. Es bleibt im Wald liegen und bietet unzähligen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause.
Februar 2025: Rückschnitte entlang der Hauptwege
Den Übergang zwischen Wald und offener Landschaft bildet der Waldsaum. Er ist eine ökologisch besonders wichtige Struktur. Damit er erhalten bleibt, müssen Sträucher und aufkommende Bäume immer wieder zurückgeschnitten werden. Auch entlang der Hauptwege bilden Säume den Übergang zum Wald. Hier stellen Pflegemaßnahmen zugleich sicher, dass die Wege nicht zuwachsen und unsere Flächen begehbar bleiben.
Ein Minibagger mit Gehölzschere fuhr die Hauptwege auf einer Strecke von zwei Kilometern ab. Er schnitt dabei auf mindestens einer Wegseite Sträucher und aufkommende Bäume bodentief ab. Die bearbeitete Fläche war jeweils zwei Meter breit. Teils wurde auf eine Motorsäge zurückgegriffen. Das Schnittgut wurde gesammelt als Reisighaufen abgelegt. Ein Teil wurde verwendet, um Trampelpfade durch ökologisch sensible Bereiche zu verschließen.
Februar 2025: Auflichtung der reinen Eschenbestände
Ein Wald, in der nur eine Baumart vertreten ist, ist gegen äußere Einflüsse nicht so widerstandsfähig wie ein artenreicher Mischwald. Wenn sich Krankheitserreger ausbreiten, die genau dieser Baumart gefährlich werden, stirbt mit der Zeit der ganze Bestand. Im artenreichen Mischwald wären nur einzelne Bäume betroffen. Eschen werden aktuell häufig von einem Pilz befallen. Folge ist eine schwere Baumkrankheit, das Eschentriebsterben.
Ein zwei Hektar großer absterbender Eschenbestand soll in einen artenreichen und klimaresilienten Wald entwickelt werden. Dazu wurden einige Eschen mit einer Motorsäge gefällt. Nun ist Raum und Licht für weitere Baumarten vorhanden, die künftig untergepflanzt werden. Anders als in der konventionellen Forstwirtschaft bleiben die gefällten Bäume als ökologisch wertvolles Totholz an Ort und Stelle liegen.